der letzte tanz findet in diesen tagen statt
die augenblicke großer zärtlichkeit sind missstimmige illusionen
unter schlangenhäuten werden immer neue fassadenspiele geboren
fischefliegen lautlos gegen käfigwände
vögel schwimmen im eismeer verstummen
bäume und blumen sterben einen langsamen tod
krüge zerspringen wohin mit den scherben
schutthalden der gefühle versperren die weitsicht
verzweifelt versuchen wir aus dem scherbenhaufen neue zerbrechliche krüge zu formen
in häuserschluchten nistet die schlangenbrut
an schillernden grenzsteinen lauern wächter
jede grenzüberschreitung trägt das mal der schlangenbisse
mauern werden errichtet ein- und aussichten verhindert
zeitenwende wendezeit sind großmäulige worte
leuchtendes rot ist eine blinde schönheit
zerbrechliche boote liegen an schwarzen ufern
der wind treibt wütend schrille töne ins land
zyniker und blender wachsen in massen heran
trampeln diejenigen in den staub die in verzweiflung hoffen
und in ihrer sehnsucht leise bleiben