25.08.2016 | 13:24


 


Des Sommers Sinnlichkeit

Wenn ich so an meine Sommer denke,
die ich liebte, denen ich auch manchmal grollte,
wenn mein Auge in der Blumen Farbenspiele tauchte
oder über lichtumkränzte Wolkenberge streifte,
wenn ich hörte, wie das Roggenfeld im Südwind raunte
und die Regenlieder anderntags ans Fenster klopften,
wenn am nackten Fuß das Salz der Wellen leckte,
während aus der Sonne Feuer in die Poren strömte,
wenn am Morgen aus betautem Gras mir Duft von Kräutern,
abends dann Aromen überreifer Früchte in die Nase stiegen,
wenn der Kirschen Süße sich auf meinem Gaumen
mit dem bitterherben Zauber frischer Minze mischte,
weiß ich deine Gegenwart zu jeder dieser Stunden,
und so, wie die Sommer schalkhaft mit Gefühlen spielten
und mir jeden meiner Sinne voller Lust betörten,
warst und bist in allen unsern Tagen du mein Sommer.
Also lass den Herbst getrost noch etwas warten!

Adalbert Schwarz

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XVIII«

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